Über 20 Jahre hielt ich mir Peter Moosleitners interessantes Magazin – P.M. – im Abo. Seit dem September-Heft 1990 kenne ich alle Ausgaben bis zum Jahresende 2010. Da hatte ich dann genug von P.M., weil es schon lange nicht mehr das populärwissenschaftliche Magazin war, das ich einst bestellte.

Zum Nachvollziehen meines Unmutes hier ein Vergleich der Titelthemen der Jahrgänge 1991 mit denen von 2010:

  • Die Tausend Jahre vor Gorbatschow
  • Der Mensch am Gängelband der Gene
  • Die Suche nach Außerirdischen
  • Einstein und die Relativität
  • Patriot gegen Scud – Die neuesten Techniken der Raketenabwehr
  • Wie verschieden sind wir Menschen
  • Die Religionen und die Sexualität
  • Der Beste Jäger der Welt (Kampfjet)
  • Der Mensch, Bewohner des Weltalls
  • Babylon – Was unsere heutigen Metropolen lernen können
  • Die Saurier und die Evolution
  • Der Blick ins innere der Erde
  • Die versteckten Kirchen-Codes
  • Die Verborgenen Phänomene der Geschichte
  • Können unsere Gedanken Materie verändern
  • Die Globale Matrix der Musik
  • Die Grüne Arche Noah
  • Das Geheimwissen der Pharaonen
  • Die 7 Leben unseres Gehirns
  • Die geheimen Schatzkammern des Vatikans
  • Der mächtigste Geheimclub der Welt
  • Die geheimen Protokolle der NASA
  • Kann man Träume manipulieren?
  • Die Geheime Physik Gottes

P.M. war also für mich gestorben. Einige Zeit sah ich noch in den Zeitschriften-Auslagen der Supermärkte, was so alles auf den aktuellen Titeln im Angebot war …
Da die Verkaufszahlen offensichtlich beständig rückläufig waren, und das Magazin irgendwann auch nicht mehr unbedingt in jedem Supermarkt geführt wurde, verschwand P.M. völlig aus meinem Sichtfeld.

Heute nun machte mich eine Nachricht über Gruner+Jahr stutzig. Da war von „Portfolioprüfung“ und „Ausverkauf“ die Rede – und von P.M.
Daraufhin habe ich mich ein wenig mit dem Thema weiter beschäftigt und wurde schon bei der Wikipedia sehr stutzig:

Das Magazin distanzierte sich auch öffentlich von der zwischenzeitlichen Themenwahl. Im Editorial zur Ausgabe 08/2017 schrieb Gless unter der Überschrift „Spinnerei? Nicht bei uns!“: „Als ich vor knapp drei Jahren die Chefredaktion dieses Magazins übernehmen durfte, war mir klar: keine Esoterik mehr! Es passiert so viel Aufregendes in Wissenschaft und Forschung, gerade im digitalen Zeitalter, dass es die emotionale Aufladung durch Raunen und Mutmaßungen wahrlich nicht braucht.“

https://de.wikipedia.org/wiki/P.M._(Zeitschrift) 07.02.2023

O-Ha! Hat man die eigene Dummheit bemerkt? Ich schaue bei P.M. online selber nach – und tatsächlich, ich muss mich nicht mehr für die Titelbilder fremdschämen. Da kann man ja nochmal nachsehen …

Kurz gesagt: Ich habe seit heute wieder ein P.M. (Digital)Abo. Die 38 € pro Jahr halte ich für fair. Und ich möchte die Idee für ein deutschsprachiges, breitgefächertes, populärwissenschaftliches Magazin unterstützen. Schön, dass P.M. wieder gelb ist! (Hoffentlich ist es nicht schon zu spät!)


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